Firma Walter Franke

Firma Walter Franke    Hinter den Höfen

 

 

 

 

 

Alte Schmiede Hinter den Höfen

Familie Franke seit 1883 in Ramelsloh

Gottfried Peter Franke geb. 11.08.1856 in Eichholz/Zerbst – Sachsen Anhalt. Seine Ehefrau Dorothea Franke geb. 26.12.1855 in Pommoissel/Bleckede-Niedersachsen.

Gottfried Franke stammte laut Auskunft des Kirchenkreises-Zerbst, von zwei Hofstellen Franke in Eichholz.

Gottfried Franke, einer der Söhne, so erwähnt, war der Halbspänner Gottfried Franke. Ein Halbspänne besaß Fuhrwerk mit zwei Pferden, die Familie wohl vierzig Hektar Land, Wiesen und Weiden, sie war zusätzlich verpflichtet, seinen Grundherren, Dienste-Zahlungen, ein aus zwei Pferden bestehendes Gespann zum Pflügen oder für Fuhrdienste zu stellen. ( Der Zeit sprach man noch von Leibeigenen!)

Zusätzlich seiner Tätigkeit als Bauer, erlernte er den Beruf des Schmiedes, bei dem Schmied August Schönemann, die Schmiede existiert noch. Der Hof Franke wird noch heute von seinen Nachfahren, Familie Helmut Gabriel, als moderner Milchhof mit Eigenvermarktung betrieben.

Gottfried Franke machte sich dann 1883 mit Pferde und Wagen auf den Weg über die Göhrde, Richtung Norden, hier lernte er dann seine Frau kennen, die ihn auf der Reise ins Ungewisse folgte.

Mut und Kraft müssen beachtlich gewesen sein, ja wohl noch mehr der Wille, sich aus der Umklammerung eines Grundherren zu befreien.

Jetzt im Jahr 1883 in Ramelsloh angekommen konnte er hinter den Höfen, ein Wohnhaus mit Schmiedewerkstatt übernehmen und erwerben.

Mit Schmiede – Handwerksarbeiten und Hufbeschlag, sowie einer kleinen, teilweise ge­pachteten Landstücke, wurde die Familie zum Selbstversorger. Gottfried verstarb 1926 – nach seinem Tode übernahm sein ältester Sohn Hermann den Familienbesitz.

Hermann 1883 geboren, überlebte den ersten Weltkrieg, war allerdings durch die Hölle von Verdun gegangen und dem entsprechend gekennzeichnet.

Sein ältester Sohn Walter sen., geb. 1912, Schmiede und Hufbeschlagmeister übernahm 1939 den Betrieb. Am 1.9.1939 bei Kriegsbeginn, Walter jun. war gerade geboren, zog Walter sen. in den Krieg gegen Polen, nachfolgend auch gegen Frankreich und Russland. Herman fährte in der Zeit mit einem Lehrling, Frau und Schwiegertochter den Betrieb weiter, man mussteja überleben. Walter sen. hatte die Feldzüge 1943 überstanden, allerdings mit erheblichen Verwundungen, konnte trotzdem die Zukunft und Selbständigkeit im Sinne der Familie sichern.

Er erbaute 1957 bis 1959 ein Wohnhaus -Werkstatt und Tankstelle an der Ohlendorfer-Strasse und legte so den Grundstein für die folgende Generation. Die schnell wachsende Modernisierung der Landwirtschaft, auf der er sich spezialisierte, brachte das Wachstum des Familienbetriebs gut voran. Trotz allen Fortschritts wurden auch im neuen Betrieb weiterhin Pferde beschlagen und Lehrlinge ausgebildet.

Der guten Tradition folgend, 1954 wurde Walter jun., wie es zu der Zeit noch üblich war, gedrängt, vorerst das KFZ-Handwerk zu erlernen. Zeitgleich, wie im Hause Franke üblich, wurde der Druck erhöht Walter jun. wurde zusätzlich noch beim Deutschen-Schweißverband angemeldet. Zur Frage, welche Kurse sollten belegt werden, natürlich das volle Programm, eben alles was geboten wurde. Die Norm EN14610 und DIN1910-100 war zu erfüllen.    >> Natürlich mit Abschlussprüfungen.

Diese Zusätzliche Ausbildung, zwei Mal wöchentlich, von 18 bis 20 Uhr, dauerte zwei Jahre und endete noch rechtzeitig zum Ende der KFZ-Lehre. Im Oktober 1959 im Elterlichen Betrieb begonnen, war man auf sich alleingestellt, du hast ja hoffentlich alles gelernt.

Doch nun ging die Reise richtig los. Erste Station, die Hanomag – Hannover, wegen der Vertretung, mehrere Wochen im Werk, auch in der Montage am Band. Weiter folgend, die Firma Clas-Harsewinkel- Massey Ferguson und Deulaschulen – LHE -LFH Tochterfirmen der Rheinstahl – Hanomag, weitere Stationen folgten.

Im Januar 1964, Besuch der Bundesfachlehranstalt, Landmaschinen in Lüneburg, darauf folgend, im gleichen Jahr, im September, der Besuch der KFZ – Meisterschule in Heide/Holstein. Abschluss Meistertitel und Meisterdiplom für beide Berufe.

Die Firma Franke war zwischenzeitlich, auch unter Führung von Franke sen. dem Anspruch der Zeit gefolgt, und somit breitgefächert aufgestellt. Das veranlasste die Handwerkskammer-Lüneburg auf Antrag, Franke jun. zu ermächtigen, Lehrlinge in den Berufen, Landmaschinen – KFZ- Mechaniker – Schmiede und Schlosserlehrlinge auszubilden, was auch nach den Möglichkeiten und Bedarf erfolgte.

Im Jahr 1966 wurde die Meisterprüfungskommission im Landmaschinenhandwerk Handwerkskammer – Lüneburg – teilweise neu besetzt. Franke jun. wurde hier zum Prüfmeister in der Bundesfachlehranstalt zum Prüfer – Fachtheorie berufen. Der Wechsel 1969, für Luftfahrt und Industrie tätig zu sein, erlaubte es aus Zeitgründen nicht mehr diese zusätzliche Tätig auszuüben.

Franke wechselt 1969 die Branche und steigt in ein anspruchsvolles Fertigungsprogramm mit eigener Konstruktion – Fertigung und Vertrieb ein.

Hervorgegangen, wie zuvor beschrieben, aus einem Historischen Landmaschinen, Schmiedebetrieb, und Stahlbau, verbindet sich bis heute erfolgreich die Philosophie des professionellen Handwerks, mit moderner Konstruktion (3D – CAD System), zertiflziert nach EN90100, umfasst das Programm ca. dreihundert Eigenkonstruktionen, für die Luftfahrt und Industrie. Auch mehrere Patente wurden von Franke angemeldet, diese Produkte aus Ramelsloh sind in vielen Ländern auf der Welt im Einsatz. Zudem wurde Franke, als Airbus – Lizenznehmer, ein kompetenter Partner in der Luftfahrt, für Konstruktion und Toolservices und wurde vom Airbus -QS – Auditor zertiflziert.

Die Qualität unserer Produkte und die von uns gelebte Philosophie, unseren Kunden ein dauerhafter und zuverlässiger Partner zu sein, ist Franke zu einen weltweit erfolgreich agierenden Lieferanten für professionelle Flughafentechnik-Industrie und Schifffahrt geworden.

2002 erwarb die Franke Beteiligungsgesellschaf mbH, Anteile am Lufthansa Cargo Center in Bukarest. Die Franke Engineering GmbH baute 2006/7 in Neustadt/GIewe, eine moderne Fertigung mit Lackieranlagen und Konstruktionsbüros.

Widrige Umstände, wieso oft in der nachfolgenden Generation, veranlassten die Aufgabe des traditionsreichen und erfolgreichen Familienunternehmens 2011 wurde die Franke GmbH von der – Franke-AeroTec GmbH – übernommen und bis heute auf der geschaffenen Basis, erfolgreich weitergeführt. www.Franke AeroTec GmbH

Die Familie wohnt weiterhin in Ramelsloh im Verbund mit der fünften Generation

Aufzeichnung von Walter Franke jun. 2019 und für die Chronik freigegeben.

 

2021: ehemaliges Gebäude von Walter Franke an der Ohlendorfer Straße

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