Kirchengem. Ramelsloh Kapitel 6

Kirchengem. Ramelsloh Kapitel 6:  Die Kirche wächst

Am Ende des 2. Weltkrieges trafen  vierhundertfünfundvierzig Ausgebombte aus Hamburg und Flüchtlinge aus den verlorenen deutschen Gebieten  wie Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien in Ramelsloh ein. Englische Besatzungstruppen belegten fast alle Häuser im Dorf.

Im Sommer 1945 beauftragte das Landeskirchenamt den aus Breslau stammenden Pastor Karlheinz Merkel mit der Verwaltung der Pfarrstelle Ramelsloh. Die Menschen brauchten neben einem Dach über dem Kopf auch ein geistiges Zuhause. Evangelisationen, Missionsfeste und Jugendgruppen belebten das Gemeindeleben. Der Pastor und die aus Ostpreußen stammende Lehrerin Erna Engelhard führten einen kirchlichen Religionsunterricht ein. Nach anfänglicher Blüte erstarrte aber das kirchliche Leben bald wieder, heißt es.

Im kalten Winter 1947 entdeckten die Ramelsloher ihre Begeisterung für das Feiern wieder. „Trotz der bitteren Notzeit wurde…Fastnacht gefeiert. Im Gasthaus Scharfenberg fanden sich gegen 4RM Eintritt an die 450 Menschen im ungeheizten Saal zum Fastnachtsrummel ein. Am Dienstag war das Treiben der Fastnachtsbrüder im Dorfe so schlimm, daß es nicht möglich war den Konfirmandenunterricht abzuhalten.“

Der britische Kommandant erteilte 1947 eine Transporterlaubnis, um die restaurierten historischen  Fenster in die Kirche zurückzuholen. Im Jahr darauf zog der Pastor mit seiner Familie in die zum Pfarrhaus umgebaute Pfarrscheune, nachdem er bis dahin ein Zimmer im Haus Poppe bewohnt hatte. Im gleichen Jahr wurde eine Diakonisse als Gemeindeschwester für Ramelsloh und Ohlendorf eingestellt.  Die Diakoniestation musste bereits 1950 wieder geschlossen werden, da es keine Zuschüsse mehr gab.

Im September 1950 verließ Pastor Merkel Ramelsloh. Nachfolger wurde Pastor Siegfried Stalmann. Weil Ramelsloh als kleine Gemeinde keinen Pastor mehr bekommen hätte, verfügte das Landeskirchenamt Hannover im Jahre 1957 den Zusammenschluss der Dörfer Ramelsloh und Ohlendorf zur Kirchengemeinde Ramelsloh.  Bereits ab 1848 hatten die Ohlendorfer insgesamt vier Anträge  auf  Abtrennung von Pattensen und Vereinigung mit Ramelsloh  gestellt. Die Ohlendorfer erwiesen sich über 100 Jahre lang als treue und regelmäßige Gottesdienstbesucher in Ramelsloh. Das stellte sich als Glück heraus.

Die nun gewachsene Gemeinde konnte   am 12.08.1957 den Grundstein für ein neues Pfarrhaus legen, das am Himmelfahrtstag 1958 von Superintendent Grote, Winsen, eingeweiht wurde.

Unerwartet  starb nach 15jähriger Tätigkeit in Ramelsloh Pastor Stalmann im Alter von 49 Jahren im Dezember 1964.  Er hinterließ seine Frau und sechs Töchter. Sein Grab liegt auf dem alten Friedhof nördlich der Kirche neben dem Grab von Pastor Freund. Wenige Wochen nach seinem Tod fand zum 1100. Geburtstag Ansgars eine Gedenkfeier der Hannoverschen Landeskirche in Ramelsloh statt. Es predigte Landesbischof D. Dr. Lilje.

Propst Günther Marr aus Lüchow wurde 1965 Nachfolger Pastor Stalmanns. Während seiner Zeit als Ramelsloher Pastor erhielt der Kirchturm 1967 eine elektrische Läuteanlage. Bedeutendstes Ereignis war aber der Guss zweier neuer Glocken für die Kirche, an dem 1969 eine Abordnung der Gemeinde teilnahm.  Auch beim Aufziehen der Glocken  auf den Kirchturm staunten Gemeindemitglieder und neugierige Schulkinder mit ihren Lehrern.

Durch die Initiative junger Eltern wurde damals das Krippenspiel am Heiligabend eingeführt. Propst Marr blieb bis zu seinem Ruhestand im September 1970 in der Gemeinde.

Nachfolger wurde 1971 Pastor Hans – Peter Fasterling aus Mellendorf. Während seiner Zeit gab es eine starke  Pfadfinder-Jugendgruppe in der Kirchengemeinde. Da der alte Friedhof für die Gemeinde nicht mehr ausreichte, richtete die Gemeinde Seevetal am Dorfrand einen neuen ein.

 

Kapitel 1 – 7 stammen aus der Feder von Sabine Rambow

 

Dieser Beitrag wurde unter 15 - Aus der Kirchengeschichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.