Die „Horster Mühle“ (Stift Ramelsloh)

Wassermühlen: Die Horster Mühle

Die Wassermühle in Horst gehörte bis 1888 dem Stift Ramelsloh.

 

 

Die „Horster Mühle“    (Turmhahnfassung)

Die älteste Urkunde der Mühle stammt aus dem Jahre 1529. Der Landesherr „Ernst der Bekenner“, Herzog von Braunschweig-Lüneburg lies in den Klöstern seines Herzogtums eine Visitation durchführen. Er begann seine Rundreise im Stift Ramelsloh und stieß beim Güterverzeichnis auf „de Mühle thor Horst“. Sie lag etwa 2 Km vom Stift entfernt. Die Vermutung liegt nahe, dass es die Mühle im 15ten Jahrhundert im Flurstück „Schelp“ flussabwärts in Richtung Ramelsloh schon gab. 1537 wurde sie aber verlegt wegen geringen Wasseraufkommens. Ein zusätzliches Wehr und ein Seitenkanal hatten dann für einen kontinuierlichen Betrieb der Stiftsmühle gesorgt. Bis 1595 hatte die Familie Helversick den Betrieb geleitet. Es war die Zeit der Lohnmüller, die einen festen unabhängigen Lohn erhielten. Dieses führte zur Vernachlässigung und letztlich zur Baufälligkeit, sodass 1647 sanierungsarbeiten unumgänglich waren. Das Stift musste umdenken, und entschied sich zur Verpachtung auf Zeit. Der erste Pächter war Untervogt Jochim Becken der erfolgreich arbeitete. 1692 sorgte ein extremer Winter für den Verschluss des Zulaufes und die Mühle drohte niedergerissen zu werden. Nach großen Reparaturen wurde 1703 ein Pachtvertrag mit Matthias Müller auf unbestimmte Zeit geschlossen. Dieser verstarb und die Familie Meinecke hielt Einzug als Erbzinsmüller. Durch die Napoleonzeit hindurch  bis 1851 führte man den Betrieb zur wirtschaftlichen Blüte. Die Installation eines zweiten Mahlganges steigerte die Erträge. Wettbewerb und Neid! Nach vielen Streitereien mit der „Harburger Müllerschaft“ kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Darauf hin kam es nach 300 Jahren zur Loslösung der Horster Mühle vom Stift Ramelsloh.

Peter Heinrich Meinecke handelte einen Abtretungsvertrag aus und so endete die Zeit der Erbzinsmüller. Die Mühle ging in Privatbesitz über.

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Sie hatte bis Mitte des 16ten Jahrhunderts im „Schelp“ gestanden, ziemlich genau dort, wo das Seevewerk lag. Auch die

 

 

Der Privatbesitz ging zunächst an Heinrich A. Meyer, später an die Tochter Charlotte Stüve bis zur Zwangsversteigerung. Den Zuschlag bekam die Familie Schmanns 1888. Der Wegeausbau mit Gemeinde und Müller wurde 1900-1902 ausgeführt und so war dann die Horster Landstraße entstanden. Nach dem Tod von H. Schmanns übernahm Wilhelm Schmanns (der Ältere) den Betrieb. 1910 wurde ein Dynamo angeschlossen und somit auch Strom aus der Mühle für viele Hoster und Mascher Bürger angeboten. 1936 kam es durch eine Staubexplosion zu einem Großfeuer. Mühle und Wohnhaus wurden völlig zerstört. Schnell begann der Wiederaufbau im alten Stil und der Weltkrieg hatte der Mühle keinen Schaden zugefügt. Es musste nun aber eine Neuorientierung erfolgen; denn die Zeit der Mühlen ging langsam zu Ende. Industriemühlen entsprachen mehr den gehobenen Ansprüchen, arbeiten wirtschaftlicher und produzieren besseres Mehl.

Alles konzentrierte sich auf Landwirtschaft oder auf beginnende gastronomische Aktivitäten. Immer mehr Bewohner umliegender entdeckten das Idyll um die Horster Mühle und der Natur. Folge war die Einstellung des Mühlenbetriebes 1966, nach über 400 Jahren. Wilhelm Schmanns (der Mittlere) übernahm und Land- und Gastwirtschaft wurde betrieben. 1976 vermachte er W. Schmanns (den Jüngeren) den Betrieb, der schnell den Fokus auf die Gastronomie richtete. Wichtig für den Erfolg War die Sanierung der Mühle die heute unter Denkmalschutz steht. Komplett wurde die Wehranlage und das Mühlengebäude ab 1992 unter großen finanziellen Anstrengungen saniert. Eine Fischtreppe für aufwärtsziehende Forellen und Lachse wurde eingebaut, und damit ihre Laichgebiete erhalten. Ein großer Wintergartenn ist beinahe in den Seevefluss gebaut worden, und im nahegelegenen Biergarten hört man das Rauschen des Mühlenrades. Dieses treibt auch einen Stromgenerator an, der seit 1966 die Stromversorgung des Anwesens gewährleistet.  Weit über das Einzugsgebiet hinaus lieben heute noch die Gäste die gute Küche. Veranstaltungen im großzügigen Außenbereich und der ausgebaute Kuhstall geben Gelegenheiten für vielerlei Feiern. An den „Mühlentagen“ läuft auch das Mahlwerk und im Steinbackofen wird duftendes Bauerbrot vom Bäcker des Hauses gebacken. Inzwischen blickt die Familie Schmanns auf über 130jährige Familientradition zurück.

Ingo Pape

 

Das Buch dazu, mit dem Titel „Es klappert die Mühle“ von Werner Voß entstand 1995

 

 

Wassermühle in Schmalenfelde

 

 

 

 

 

gehörte einstmals auch dem Stift Ramelsloh.

 

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