„Pingsvoss und Pingsboom planten“

 

„ Pingsvoss“  und  „Pingsboom planten“ !

IPR 2008

 

 

 

Ein Pfingstfest so recht nach unserem Geschmack. Strahlendes Wetter, doch es fehlte etwas!? Am Pfingstamstag gab es keinen Pfingstbaum! …… schläft dieser alte Brauch nun auch ein?

„Pingsboom planten“

Dieser Brauch war seit ewigen Zeiten Sache der junge Männer, die aus den umliegenden Gehölzen junge Birken schlugen, und sie dann mit lautem Gesang an die zahlungskräftigen Geschäftsleute verteilten . Es wurde gegen Geld und Schnaps  je nach Jahreszeit „Der Mai ist gekommen“ oder „Waldeslust“ gesungen. Der Baum wurde meist am Haus oder am Zaun befestigt, bei den Gastwirtschaften standen meist 2 Bäume, bedingt wohl durch die lange Verweildauer. Erst am frühen Morgen ging das „planten“ zu Ende. Der Erlös wurde dann verteilt unter den noch standhaften „Sängern“. Teilnehmer waren bereits konfirmierte und ältere Junggesellen. Früher war das der Dank für die Arbeit mit dem  Aufbau des Osterfeuers.

„Pingsvoss“

 Schon seit Jahren kommen am Pfingsten keine Kinder mehr zum „Pingsvoss—Lied“ singen. Schade!   Schulkinder des Dorfes zogen mit buntgeschmückten Handwagen durch das Dorf, Meist organisierten die Vorkonfirmanden den alten Brauch. Sie sangen das „Pfingstvosslied“ natürlich in Plattdeutsch und erhielten Eier und Geld dafür.Die kleinen Mitläufer konnten zwischendurch auch mal unter der Pfingstkrone sitzen, wo auch der Eierkorb seinen Platz hatte.

Die großen Mädchen bastelten mit viel Liebe Pfingststräuße aus buntem Papier die alle Mitläufer angesteckt bekamen. Die Ausrichter teilten sich das Geld nachdem sie die Eier bei Tante Minna (Heick) vorher verkauft hatten.

Anregung: In Garstedt lebt diese Tradition nach langer Pause wieder auf.

Statt Eier gibt es heute aber Marsriegel und Euros!

Bild unten: Pfingstvoss in den 30ger Jahren

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