Das waren noch Zeiten: „Bürgermeister“

Uns  „Bürgermeister“,  de Mann för alle Fälle !

Ik erinner mi noch gern an de 50er und 60er Joohrn. De Bürgermeister hett jümers veel to daun hat und wär ümmer dor wenn wat los wär. Jeden Morgen maschier he denn mit seine lüdde Aktentasch in dat Gemeindebüro. Dat wär sinniger Wies de zentrale Punkt in Dörp. Ne, nich de Kark, de „Ramelsloher Hof“. Gliek’s wenn man rinkommen dä up de rechte Siet is dat Revier vuun de Gemeen wesen. Eine ruhige Person mit Namen Frau Winkler seet dor und hett alln’n in de Reeg hat. Termine geev dat daumals ok, aber schön ruhig und sinnig, so wär dat nu mal. Wenn man watt wullt hett von dan Bürgermeister , hett man em in de Gaststuuv ropen. Hier sünd de wichtigen Soken schon eist mal bi ein lütt Beer beschnackt worn. Tau eist an Disch in vertraute Runn’d, denn güng dat na de Theke, dor wär denn de Affschluss mookt bi ei Köm und Beer. In dat Büro vuun dan Bürgermeister käm ok jeden Daag de Gendarm, oder Wachmeister, to’n Rapport. De Bürgermeister müss ja jümmers alln’s weten watt in Dörp los wär. Ok de Schoolmeister käm öft mal öber tau.  „Bürgersprechstünn an Tresen“, hebbt de Kirdels bin Putzbütel jümmers seggt. So üm de Middaagstied güng de Bürgermeister den na Huus hin, wär mit sein lüdde Aktentasch ünnern Arm, und na de Middagstünn sett he sick denn wär an sien  Platz in de Warkstää und hett de Schooh repariert.

Poitik is: 

Anners schnacken as doon !

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Geschichten aus der Vergangenheit sind die Fähden aus denen                                          wir unser Leben stricken.   (Reiner Bull)

 

 

 

 

 

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