Heilig Abend auf dem Dachboden

Heilig Abend auf dem Dachboden

Vor 25 Jahren öffnete sich auf besonders friedliche Weise die Grenze zur DDR. Anfang der 80ger Jahre hatten wir gemeinsam mit den Kindern zwei schöne Urlaube bei Verwandten in Wernigerode verbracht. Inzwischen war aus dem Jungen, der so gerne einmal Hamburg sehen wollte,  ein Familienvater geworden. So schrieben wir schon Ende des Monats eine Einladung zum Weihnachtsfest und Hamburg besuch. Eine schnelle positive Antwort kam schnell. Endlich war es soweit, und der Trabi bog in unsere Straße. Ein junges Ehepaar mit 9jähriger Tochter stand erwartungsvoll vor unserer Tür. Zunächst waren sie voller Eindrücke, freie Fahrt durch die Grenze in Helmstedt usw. Am Tag vor Heilig Abend wurde ein Besuch in Lüneburg ei erster Höhepunkt. Am nächsten Tag begannen die Vorbereitungen auf die Bescherung und der Tannenbaumständer wurde vom Boden geholt. Unser junger Gast krabbelte neugierig hinterher und entdeckte die ausgebreiteten Spielsachen unserer Kinder. Sie versank förmlich in diesen vielen Spielsachen. Puppen, Stofftiere, Lego und Spielautos, die für unsere Enkel.

zukünftigen Enkel zurückgestellt waren. Nach einem Kirchgang und schönen Essen begann die Bescherung. Es dauerte nicht lange, und unser junger   Gast wurde unruhig, bis man mir zuflüsterte, ich sollte doch bitte die Bodentreppe herunterlassen. Sofort kletterte sie nach oben und spielte mit Puppenstube und Monchichis. Sie puzzelte und baute und so vergingen beinahe zwei Stunden, die sie am Heilig Abend dort oben verbrachte. Verpflegung war mit heißem Kakao und warmen Zeug ausreichend. Es waren milde Temperaturen an den Feiertagen und so besichtigten wir ein paar mal die Hansestadt. Der Traum wurde für die Gäste wahr geworden. Dennoch drängelte die Kleine immer wieder und wollte zurück in ihr Spielparadies. Als nach einer Woche an die Heimreise gedacht wurde war unsere „Kleine“ ganz traurig. Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk musste sie zurück lassen, aber sie hatte es genossen, wenn auch mit kalten Händen und Füßen.

Frohe Feiertage wünscht

Ingo Pape

 

 

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