Menschen in unserer Gemeinde: Ingo Pape

Menschen unserer Gemeinde: Ingo Pape

Alter:  70 Jahre >  Beruf: Friseurmeister/ Techn. Angestellter  >   Familie:  verh. seit 1969, 2 Kinder und 4 Enkel

Ingo Pape aus Ramelsloh ist in diesem Jahr siebzig Jahre alt geworden. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkel. Der gebürtige Ramelsloher ist in die Vereine des Ortes und in die Dorfgemeinschaft stark eingebunden.

Turmhahn: Dein großes Projekt, eine Chronik für Ramelsloh, haßt du faßt verwirklicht, sie ist online schon verfügbar. Warum war die Chronik ein Herzenswunsch von dir? Und wann wird eine gebundene Außgabe vorliegen?
Ingo Pape: Dazu muss ich sagen: ich bin in der Einstiegsphase dieser Arbeit. Sie ist in der vorliegenden Version erst der Grundstock für das, was ich mir vorstelle. Eine gebundene Ausgabe wird dann eine Zusammenfassung oder eine Auswahl sein. Sie richtet sich insbe-sondere an die ältere Generation und sollte z. B. eine vernünftige Schriftgröße haben. Zu meinem Herzenswunsch: Mein Vorbild war Otto Schneider, er war nicht mein Lehrer, aber er hat mir immer nahegelegt, dieses Vorhaben zu beginnen. Er war überall bekannt und neugierig genug, alles über die Heimatgeschichte zu erfahren. Er hat sich immer alles notiert. Über die plattdeutsche Sprache ist es ihm ja auch besonders leicht
gewesen, Kontakte zu knüpfen. Darum beneide ich ihn noch immer.
Turmhahn: Über deine Berichte zur Ramelsloher Geschichte bist du auch zum Turm-hahnredaktionsteam gekommen. Wann hast du begonnen, hier deine Artikel zu veröffentlichen? Wie ist es dir gelungen so viele Informationen zusammenzutragen?
Ingo Pape: Meine Artikel erscheinen seit 2006 im Turmhahn. Informationen über Ramelsloh gibt es z. B. in vielen alten und neuen Festschriften. Jörg Gennert hatte, bis zu seinem frühen Tod, viele Höfe in Ramelsloh besucht und Bilder und Geschichten dazu zusammengetragen. Für mich war es wichtig, dieses Erbe fortzusetzen. Die 1150 – Jahrfeier hat dann einen großen Bildbestand eingebracht. Des Weiteren sorgen viele Gespräche in meinem Keller für viele Infos über den Ort, der schon eine lange Geschichte hat. Hier wird auch „Platt“ gesprochen.
Turmhahn: Der Turmhahn wird in unßerer Kirchengemeinde gerne geleßen. Gibt es häufig Reaktionen oder Ergänzungen zu deinen Artikeln?                                                     Ingo Pape: Ja, Reaktionen auf Turmhahnberichte sind sehr häufig und sorgen immer für neue Informationen für das jeweilige Thema.
Turmhahn: Ehrenamtliches Engagement war dir immer sehr wichtig, waß hast du alles gemacht und wo bist du heute noch aktiv?
Ingo Pape: Nach dem Tod von Willi Peters übernahm ich mit Eckard Grahl 1975 den MTV Ramelsloh. Wir haben neue Ideen einfließen lassen und umgesetzt. Von 1978 bis 2000 war ich erster Vorsitzender. Höhepunkte waren die Schaffung der Tennis- und Ballsporthalle, des Tennishauses, der Gerätegaragen und von 8 Tennisplätzen. Außerdem habe ich 2 Trainerlizenzen für Turnen und Faustball, sowie die A-Lizenz Organisationsleiter. Es hat mir immer viel Freude gemacht, Sport zu treiben und zu vermitteln. Ich habe 20 Jahre Tennis und 25 Jahre Faustball gespielt und ich war 30 Jahre im Spielmannszug aktiv.

Im Schützenverein bin ich als Organisator mit Horst Mencke und Werner Staack beim Kinderschützenfestprogramm eingestiegen. 1980 habe ich den Kommers meines Vaters übernommen. Seither war ich als Leiter des Ehrengerichts, der Vereidigungen und der Gestaltung des Montagskommerses, quasi „Vergnügungsoffizier“. Außerdem ist die Or-ganisation des jährlichen Maifestes zu einem lieben Hobby geworden.
Turmhahn: Ohne Ehrenamtliche würden unßere Vereine nicht existieren können. Wie hat sich die Dorfgemeinschaft im Laufe der Jahre verändert. Wie würdest du Menschen dazu ermutigen, sich ehrenamtlich zu betätigen?
Ingo Pape: Ehrenämter sind das A und O in unserer Gesellschaft. Am Beispiel der Flücht-linge haben wir es gerade positiv erlebt. Im Verein einen Job zu machen ist heute immer noch wichtig, obwohl man sagen muss, dass die beruflichen Ansprüche sehr vielfältig ge-worden sind. Mir fehlen heute die gemeinsamen Familiensportfeste und das Sportabzeichen, aber auch die Schwierigkeiten der Theatergruppe und
des Spielmannszuges sind Zeiterscheinungen der vielen Neuerungen in den Ortschaften dieser Größe. Ich glaube nicht, dass es keine Bereitschaft gibt zum Ehrenamt. Die Dorfge-meinschaft ist doch ziemlich verändert, so bekommt man die Neubürger kaum einge-spannt. Aber viele Beispiele zeigen genau das Gegenteil, denn über das Ehrenamt gelingt die Eingliederung beinahe perfekt.
Turmhahn: Du hast vielfältige Hobbies und bist sehr unternehmungslustig. Was waren für dich die eindrucksvollsten Erlebnisse und warum?
Ingo Pape: Sportliche Höhepunkte waren 15 Familiensportabzeichen und 22 Marathon-läufe über die „Trimm Dich – Bewegung“. Dazu gehörten Marathonläufe in New York, München, Berlin, Hamburg, Bremen und Stockholm. Abschluss war der erste Lauf in Berlin, durch das wiedereröffnete „Brandenburger Tor“ 1990. Der Neubau der Tennis- und Ballsporthalle 1993 war das spannendste Ereignis.
Turmhahn: Was gefällt dir besonders gut an unserer Kirchengemeinde und was würdest du gerne ändern?
Ingo Pape: Alle Aktivitäten der Kirchengemeinde sind geprägt durch überlegte Konzepte und gute Inhalte. Überaus gelungen finde ich die Einbindung der Ortsgruppen. Die welt-offene Art und Weise, auch mit Hilfsbedürftigen oder den Flüchtlingen umzugehen, be-eindruckt mich sehr, die Dynamik unseres Pastors aber auch.

Interview: Sabine Eddelbüttel (Turmhahn 1/2018)

 

 

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