Ramelsloh nach 1950 Teil 2

Teil 1 :  Ramelsloh nach 1950 bis zum Verlust der gemeindlichen Selbständigkeit

Teil 2:

Ramelsloh als Teil der Gemeinde Seevetal

Mit dem Inkrafttreten der „Gebiets- und Verwaltungsreform“ zum 01.07.1972 verlor die Gemeinde Ramelsloh ihre kommunale Selbständigkeit. 19 ehemalige Gemeinden bildeten nun die neugeschaffene Gemeinde Seevetal. Sie wurden von Juli bis Oktober 1972 durch einen „Interimsrat“ vertreten. Nach der Kommunalwahl 1972 gab es dann keine eigene Ramelsloher Verwaltung mehr. Die neue Hauptsatzung der Gemeinde Seevetal sah und sieht für die Ortschaft Ramelsloh einen Ortsrat mit Ortsbürgermeister und eine Außenstelle der Gemeindeverwaltung vor.

Auch das Standesamt Ramelsloh und der Schulzweckverband Ramelsloh wurden wenige Jahre danach aufgehoben. Die Entscheidungen für diese Bereiche wie auch über die örtliche Freiwillige Feuerwehr, über Bauleitpläne, über die Festsetzung der Gemeindesteuern und -abgaben usw. liegen seit 1972 zentral beim Rat und der Verwaltung Seevetal. Für den Ortsrat verbleiben Entscheidungsmöglichkeiten nur in geringem Ausmaß: für einige in der Ortschaft gelegene öffentliche Einrichtungen, für die Pflege des Ortsbildes, für die Förderung von Vereinen usw. und die Repräsentation der Ortschaft. Er ist jedoch zu allen wichtigen Fragen, die die Ortschaft berühren, zu hören.

Es hat Jahre gedauert, bis sich die Bevölkerung Ramelslohs – wie auch vieler anderer Orte – an den Verlust der Selbständigkeit gewöhnt hat. Auch heute sind gelegentlich noch Vorbehalte zu spüren. Dennoch wird man anerkennen (müssen), dass die gegenwärtigen Aufgaben und die zu treffenden Maßnahmen oft nur wenig vergleichbar sind mit denen aus einer Zeit, in der (um nur ein Beispiel zu nennen) mit „Hand- und Spanndiensten“ noch vieles geregelt werden konnte. Eine moderne Verwaltung mit den wünschenswerten Befähigungen in den unterschiedlichsten Fachabteilungen und mit dem dazu erforderlichen sächlichen Ausstattungsgrad kann nicht in jedem kleinen Dorf vorgehalten werden. Neben der Verwaltungsstelle stellen deshalb Ortsrat und örtliche Gemeinderatsmitglieder die notwendige Verbindung zur gemeindlichen Zentrale dar.

Nach der Gemeindereform änderte sich auch die Postanschrift für die Bewohner der nun nicht mehr selbständigen Gemeinde Ramelsloh. Hieß es vorher „2091 Ramelsloh“, so galt ab 01.05.1973 für unseren Ort „2105 Seevetal 11“. Die vierstellige Postleitzahl wurde dann noch einmal in eine fünfstellige verändert. Dafür entfiel dann die Zahl hinter dem Gemeindenamen. Für Ramelsloh gilt seit dem 01.07.1993: 21220 Seevetal.

1973 wurde der Kindergarten eingeweiht, 1975 das Sportheim des MTV mit der Ortsverwaltung Ramelsloh (Außenstelle der Gemeinde Seevetal), 1976 die neue Kapelle auf dem gemeindeeigenen Friedhof und 1980 das neue Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde am Domplatz.

Als Einwohnerzahl für den Ort Ramelsloh wurden am 30.06. 1980  – 1.648 Personen genannt.

1979 wurde bekannt, dass die NATO auf Ramelsloher und auf Marxener Gemeindegebiet den Bau eines Treibstoff- und Munitionsdepots plante. Dieses führte zu Beunruhigungen in Teilen der Ramelsloher Bevölkerung und zur Gründung der „Friedensinitiative Ramelsloh“. Sie wandte sich gegen die beabsichtigten Baumaßnahmen. Während die Bunker für das Munitionslager auf Marxener Gebiet noch fertiggestellt wurden, erfolgte der Bau des Treibstofflagers in der Ramelsloher Gemarkung nicht mehr; zunächst verzögert durch den Einsatz der FI, dann aber aufgrund der Beendigung des „kalten Krieges“, durch die politischen Veränderungen in der ehemaligen DDR und in der früheren Sowjetunion.

Ende der 80er Jahre wurde die BAB von vier auf sechs Spuren verbreitert. Als Folgemaßnahmen wurden die Verlegung der BAB-Abfahrt (größerer Radius), der Neubau des Schulsportplatzes (Drehung um 90°) und der Bau von Lärmschutzwänden bzw. -wällen notwendig und durchgeführt. 1988 erhielt Ramelsloh Anschluss an das Erdgasnetz der Hamburger Gaswerke.

Zu dieser Zeit begann man in der Mitte des Dorfes mit dem Neubau des gemeinsamen Hauses für die Freiwillige Feuerwehr und für den Schützenverein mit einem unterirdisch angelegten Schießstand. Die Einweihungsfeierlichkeiten erfolgten für die Feuerwehr am 20.04.1990 und für das Schützenhaus am 05.05.1991.

Das Schützenhaus dient auch als Versammlungsort für den „Seniorentreff“, der vom DRK aus betreut wird. Für hilfsbedürftige alte und kranke Menschen ist zuständig die Gemeindeschwester der ev.-luth. Kirchengemeinde Ramelsloh. Sie gehört zur Diakonie- und Sozialstation in der Gemeinde Seevetal. Für die ärztliche Betreuung gibt es seit Jahrzehnten eine Arztpraxis, und auch ein Zahnarzt ist seit 1987 hier ansässig.

Das bisher letzte große Bauwerk in Ramelsloh sind die Tennishalle und die Ballsporthalle neben den Außensportanlagen in Autobahnnähe, die am 10.10.1993 ihrer Bestimmung übergeben wurden.

Die letzte öffentliche Baumaßnahme, die hier noch erwähnt werden kann, ist der Beginn der Verlegung des Schmutzwasserkanal in der Straße Am Domplatz und in der Ohlendorfer Straße, eine Arbeit, die bis zum Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten leider nicht beendet sein wird.

So hat der Ort Ramelsloh, der heute etwa 1.500 Einwohner zählt, in den fünfzig Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine geschichtliche Entwicklung genommen, wie sie wahrscheinlich viele Dörfer in der Umgebung ähnlich erlebt haben.

Vieles konnte hier nicht dargestellt werden, anderes blieb lückenhaft und manches bedarf sicherlich einer angemessenen Gewichtung.

Wir Ramelsloher Bürger des Jubiläumsjahres 1995 kennen wohl unsere Gegenwart, die Jetztzeit, die sehr bald Vergangenheit sein wird. Viel zu wenig wissen wir jedoch aus früheren Jahrhunderten von den Problemen und den Bedingungen, unter denen die Bewohner unseres Heimatdorfes arbeiteten und feierten, lebten oder auch leiden mussten.

Die Erinnerung an die mehr als 1000jährige Überlieferung der Geschichte Ansgars jedoch wird weitergegeben werden.

Zusammengestellt und aufgearbeitet im Rahman der Dorferneuerung, von Otto Schneider und der Arbeitsgemeinschaft 1.150 Jahre Ramelsloh, unter Benutzung von Unterlagen, die sich im Archiv der Gemeinde Seevetal und in der Grundschule Ramelsloh befinden. IPR

 

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