Plattd. Erinnerungen: a.d. Schooltied

Plattdütsche Erinnerungen an de Kinnertied.

De Schooltied

Wenn ick so sei‘h, wie die Schoolbussen Dag för Dag de Kinner so twischen 15 un 16.30 Uhr na Huus bringt, mutt ick se meist beten beduern. Sei stiegt ut dan Bus, sünd verkabelt, kiekt nich na links und nich na rechts, nur up jümmer Handy und sofort stiegt sei in Auto und föhrt mit Mama na Huus hin.

Beduern dau ick sei schon en beeten, denn in mien Kinnertied hebbt wie üm düsse Tied al‘lang in Dörp speelt. Uns bruukt ok keen ein von de School afhalen, ne datt güng na de School einfach in Rudel na Huus hin.

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Ab de eiste Klass sind wi in de “Neie School“ komm. Eist hebbt wi ne Lehrerin hatt. Sei wör man eine lüdde aber resulute Person, de ok noch ut de Naberschaft wär. Sei künn bannig fünsch warn und wenn man bi ehr upfalln de, stünn sie neben ein und hätt mit de Fingernagels in de Ohrläppchen knäpen. Na de School hebbt de gröderen Jungs de Taschen vun de Lehrerin na Huus dragen müsst, datt wär sogor eine Ehr.

In de Schoolklass

Vörden in de eisten Regen seiten de Lütten und achtern de groden Deerns und Jungs. De Klass wär jümmrs tämlich vull, weil ok noch veel Flüchtlingskinner dorbie wärn sünd. Dat is soveel worden, datt an de „Oole School“ noch watt anbaut worden is, so 1952 . Drei Regens mit twei Bänk, de na achtern höger wärn. De eiste Klass hett noch Tafeln und Griffel hat mit Schwamm und Lappen, de ümmer ut dan Ranzen baumeln. De groode Tafel an de Wand hebbt de groden Jungs affwischen müsst, und de Kahlen und datt Füerholt tun Böten müsse sie ok jümmers pratt holen. Wenn datt mal nich so klappt hätt in Ünnerricht, müssen wie ok schon mal de Haselnussstöck för de eine der andere Züchtigung sülbens schnie’n; de Stärke und Län’g wör vögeben, datt aber eist an Namiddag !

So twei mal in de Week hebbt wie de andere School besöcht. Dortau müssen wie uns to tweit upstellen, Ranzen up dann Rüch, de Lehrer vorweg, so güng datt diszipliniert und ruhig mang de Grabstegens öbern Karkhoff, na de „Oole School“. Dor wär de drütte Lehrer, Herrn Grethe. In de School wär nu aber de föfte bit achte Klass. Meist hebbt wie dor denn ja Sport und Religion makt. Wie müssen springen, lopen und Schlagball smieten. 50 m up dann schiern Domplatz und spring’n bi Dittmers an Tuun in ne grode Sandkuhl.

De Jungs müssen twei Manschaften wähln, dat wär öft de schlimmste Deil von dat Footballspeel. Völkerball und Brennball hett de Lehrer meist dürsett, he müch kein Football. De Deerns hebbt Korfball speelt, hebbt mit ein Ball an Kackmanns lütte Schün smeten, oder sünd Seil sprungen und in upgemalte Kassens hüppt.

Wenn de School -Tähndoktor käm !

Einmal int Joohr hätt de Lehrer dan Tähnarzt ankünnigt. Datt hätt schon mal bedüüt, Täähn schrubben vör de School. All’ns günn denn ok normal los, und wenn de Tähndoktor denn dor wär, is man all ein betten unruhig worn. Nu müssen wie Kinner ein na dann annern  in de Köök von Frau Grethe, de is de Vorsittene von datt Rode Kreuz wän. Ein Stauhl stünn mitten in de Kööck. Mit ein Küssen, dormit man beten gröter wür, und an de Lehn is noch ein Küssen för dan Kopp wän.  —  Ein groden, öllern Kerl stünn denn up einmal vör mie. Mit’n witten Kittel und ein Lamp up dan Koop. Tähnweih heeff ick aber eist krägen, att de noch öllere Assistentin dortau käm. Ok mit ein witten Mantel, de wär nun noch öller att de Tähndoktor, dorför aber noch hässlicher. Denn wär datt sowiet: Nich veel snacken, Kopp in Nacken. Datt helle Licht up sien Kopp, hett ollich blend. Schön wiet open sä hei noch, denn wär hei all in de Tähn togan’g. Mit ein scharpen Pickser hätt he alle Tähn affsöcht: „Daumals wär Karies in aller Munde“„Nich so veel Säutichkeiten“ sä hei noch, denn wür hei ferdig. Noch ein Zettel gäv datt för de Öllern, von de streng unseihende Frau. Nu wär datt ok genauch, und man hätt dann nächsten Jun’g rinschickt.

De Öllern schülln nu einen Termin utmaken. Und denn güng datt na Bensdörp mit’n Fohrrad. Datt Geräusch vunn dan Bohrer wär all gruselich antuhörn, und dor heff ick se denn wär sein, de beiden ut de Kööck. Nu wür nich nur pieckst, jetzt hett he ok noch bohrt, wie verrückt, aber, dor sünd denn ok de veelen Eickhörn an’t Fenster wän, de hebbt mi noch ein beten afflenkt von datt leidig Geschäft mit de Blomben.

Wintertied

Wenn denn in de Wintertied de Dieken taufrorn sünd güng datt in de Pause schnell na Meinks jümmern Diek und mit Anlop wür dann up datt Ice glitscht.

Datt wör ein Spaß !   In de Schneitied heppt wie natürlich Sport in Schnei makt. Rodeln wär ansächt.

Morgens hebbt wi all de Schlegens mitbröcht , de stünn denn all an Toon vör de School.  So gegen halv Ölben maschiern wie los, dör datt Dörp und bie Teermanns Willhelm achtern Hoff, wo nu Knolle is, dor güng datt öber Haas Felln na dann Gebersbarg. Hier hätt datt för alle Klassen Bahn geben, so datt ok de Ängstlichen to ihr Recht kämen.  An de grode und breege Bahn stünn in de Mitt de Lehrer und gäv dat Signal för de kodde- oder lange Bahn, denn güng datt daal in de Schonung, datt wär öft Rekordverdächtig. De Kufen hebbt wie schon vöher schmirgelt.  Düsse Sportstunn wär’n schon watt besonners.

Wenn uns Lehrer, gerade ton Sport mal kein Lust harr, dann hätt he ok ein Anlaß funnen, wo hei denn statt Sport „Raumlehre“ anordnet hett;  datt wär grötzte Mallaür för uns !!

Daumals gäv datt wohl noch mehr Winters at hüt ?!

Ingo Pape, Jan 2020

 

 

 

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