Plattd. Erinnerungen: Ut de Landwirtschaft

Plattd. Erinnerungen: Ut de Landwirtschaft

Kinnerarbeit in de Landwitschaft

Geföhlt wär jedet tweite Huus fröher Landwirtschaft. Eist günn dat mit Keuh, mit Peer und denn kämen de Treckers und de Welgers, de hebbt de sworen Leehrwagens ersett.

In de Fröhjahrtied güng datt endlich wär up‘n Felln. Up de Wischen würn de swattenn Erdhupen vun de Muulwürf afschleppt, de Tuuns wörn herricht mit Draht un neie Pöhl, för datt Veih. Löter bi datt Kartüffel inbringen wärn wie alle in Gang mit de Fröjahrsarbeit.

Up “ Huus Köppel“ hebbt de Lüüt de kein Landwirtschaft hein, ehr Bohn, Wüddel  und Arfen in de Eer bröcht, grode Bohnstangen hett man tohoop bunnen un mannshoch upstellt, und veeles mehr. Gemüse und sun beten Obst hätt meist tun Erdbeernklauen langt und wei sünd öftmal hinschleken, meist aber wär doch ein von de Öllern dor und hett uns denn verjagt.  De Lüüt jedenfalls  hebbt sick meist umbröcht för Ehrgeiz üm jümmer Stück Land.

Wenn dat Planten un Säin to Enn günn, denn wär datt bald sowiet för de Kinner, besunners för de groden Jungs: Kartüffel anhübeln, hacken, Runkel trecken und hacken. Ganz fröher hebbt wie ok noch de ekligen Kartüffelkäfers sammeln müsst, wär dat schlimm, aber andacht wörn de Aktionen von de School.

In Sommer hätt mit de Sünn de schöne „Hautied“ anfungen. Gras meihn, kehrn nun wen‘n mit Mashinen oder mit de grode Hark up de lüdden Wischen.

De Holttinken dorför, hebbt wie noch sülbens schnitzt mit Unkel Hein. Datt wär jümmers Winterarbeit und datt Weidenholt leig jümmers in Holtschuppen oder in de Schüün tun drögen prat, vör Reperaturen. Mit ein Handbohrer hebbt wie dat Holt denn in dann Stiel inbröcht. Ok de Barkenbusch för de Riessbessen hebbt dor legen, datt wär ok Winterabeit für de Öllern up jeden Hoff.

Mit de Seeßel ist datt mäihn besonners swor, denn alleen datt Ding scharp to maken,  is ne Kunst för sick: Seeßel horn, dengeln, wetzen und stricken. Aber ok hier hätt denn de Mähmaschin de Arbeit übernommen.

De Tied to de Arnt wär denn nich mehr wiet, et güng bilütten up Schützenfest tau, und de  Selbstbinner und Mäidreschers hett de swore Arbeit jümmer einfacher makt.

Eist müssen de Garben noch mit de Han’d bunn warn, dat wör Arbeit för de Fraunslüüd, und gün’g bannig in de Knoken. De Selbstbinner in veele Varianten kämen up dann Markt und de Smeet kreig jümmers mehr to daun. Eist mit ‚n Peerd denn mit Trecker, und ick glöv dat 1962 dor kreich Haas – Hein dan eisten Mähdrecher. Datt wär ein Ereignis.

In de Runkeltied geev dat immer veel Arbeit, de Runkeln würn uttrocken und up de Siet legt, mit Spaten oder Holtschäler is denn datt Krutt oder de Blöher

affsla’an worden. Rupp up dan Ackerwagen und den up‘n Hoff hett man dicht an Huus eine lüdde Kuhl utschacht, so an de 30 cm deip, dor  würn de Räuben rinkippt un denn sauber uppschicht.  Mit Stoh affdeckt und de utschüffelte Ehr schön updrägen und anschüffeln, denn wär de lütte Pyramide fertig und Frostgeschützt.

Datt schönste bi de Arbeit in de Landwirtschaft wär doch för alle datt gemeinsame Abendbrot. Man sett sick rund üm dan Disch und dann gew dat Bratkartüffel und Stipp in de Pann und danah de obligatorische Melksupp.

Ick segg jau, datt wär datt schönste von Dag.

Buuten up’n Felln wär Kartüffelköst ganz watt besunners. Mit frische Bodderkauken und Muckefuck; ein Spaß för uns, datt Kartüffelfüer, mit ein Stock hebbt wie de Kartüffel int Füer stecken und braat.

För uns Jungs hett datt Treckerföhrn meist veel Spass mokt, ick weit noch bie’n Pleugen an de Autobahn heff ick jümers de LKW‘ tellt. De Stuun war ick nie vergeten, bi de Kupplung müss ick meist von Sitz rünner, wegen de kodden Beins, aber datt hett nie stört.

Busch- und Holthacken.

Wenn de Harvst käm, sünd wie in Baukwedel föhrt. Dor hett datt Langholt unsortiert up dann Boden lägen. Wie hebbt denn de Rinn mit ein Rinnschäler affschoben. Mit ein Pickel sind denn de Bäum umdreiht worden, denn käm de Rücksiet. Datt wör eine schöne Beschäftigung und hätt ok noch Taschengeld gäben. In düsse Tied wär ok de Buschhacker ünnerwägens. De käm ut Scharmbeck

Vun Hoff to Hoff, und ut dan Buschbarg is  denn Füerhold worn. Wi hebbt denn in Holtschuer bröcht mit grode Kiepen. Nu üng dat Holthacken ok los. De richtige Holtklotz wür för uns utsücht, und denn güng datt los, achterran müss datt Holt schön upstapelt warn. All’ns för kohlen Winters !

Ingo Pape, Januar 2020
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